Laut Statistik gibt es auf der Welt mehr Bekloppte als Bösartige – was ich doch irgendwie tröstlich finde:

Der englische Begriff „Hanlon’s Razor“ (auf Deutsch: „Hanlons Rasiermesser„) bezeichnet ein Sprichwort, welches etwas über den wahrscheinlichsten Grund für menschliches Fehlverhalten aussagt. Es lautet: „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“ (auf Englisch: „Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity“). Oder kürzer: „Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt“ (auf Englisch: „Never assume malice when stupidity will suffice“).

Hanlons Rasiermesser bezieht sich auf das Phänomen einer fehlerhaften Ursachenzuschreibung (Kausalattribuierung). Es ähnelt „Ockhams Rasiermesser“, also dem Prinzip, der einfachsten möglichen Erklärung eines Zustands den Vorzug zu geben.

Eine von zwei Erklärungen zur Entstehung von Hanlons Rasiermesser besagt, dass Robert J. Hanlon eine reale Person war und ihm dieses Sprichwort zugeschrieben werden kann. Entsprechend der Theorie kam das Sprichwort als Zuschrift von Hanlon in das 1980 erschienene Buch „Murphy’s Law Book Two. More Reasons Why Things Go Wrong“.

Die andere gängige Erklärung zur Entstehung schreibt das Sprichwort dem Science-Fiction-Autor Robert A. Heinlein zu; die Schreibweise „Robert Hanlon“ sei eine unbewusste Fehlschreibweise oder bewusste Verballhornung von „Robert Heinlein“. In der Kurzgeschichte „Logic of Empire“ (auf Deutsch: „Auktion auf der Venus“) aus dem Jahr 1941 schreibt Heinlein nämlich: „You have attributed conditions to villainy that simply result from stupidity.“

Hanlons Rasiermesser dient häufig dazu, Verschwörungstheorien in Frage zu stellen. Dieser Logik folgend sagte zum Beispiel Bernard Ingham, der Pressesprecher von Margaret Thatcher: „Many journalists have fallen for the conspiracy theory of government. I do assure you that they would produce more accurate work if they adhered to the cock-up theory.“ (auf Deutsch: „Viele Journalisten fallen auf die Theorie herein, hinter der Regierung stehe eine Verschwörung. Ich versichere Ihnen, dass sie bessere Arbeit ablieferten, wenn sie stattdessen von Pfusch ausgingen.“). Ingham prägte mit dieser Aussage das englische Motto „Cock-up before conspiracy“ („Pfusch statt Verschwörung“), das als lakonische Variante von Hanlons Rasiermesser gelten kann.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Hanlon%E2%80%99s_Razor

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