„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (Originaltitel: „The Fault in Our Stars“) ist ein berührendes US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2014 basierend auf dem gleichnamigen Roman von John Green. Es erzählt die Liebesgeschichte zweier schwer an Krebs erkrankter Jugendlicher.

Schicksal (von altniederländisch „schicksel“, was „Fakt“ bedeutet) ist der Ablauf von Ereignissen im Leben eines Menschen, die als von höheren Mächten vorherbestimmt oder von Zufällen bewirkt empfunden werden, mithin also der Entscheidungsfreiheit des Menschen entzogen scheinen.

Wenn ein Mensch geboren wird ist er kein unbeschriebenes Blatt. Die Farbe seiner Haut, Haare und Augen, seine Körpergröße, sein Stoffwechsel, seine Intelligenz und andere biologische Faktoren, wie zum Beispiel Erbkrankheiten, sind bis zu einem gewissen Grad genetisch vorbestimmt.

Abgesehen davon wird jeder Menschen an einem bestimmten Ort in ein bestimmtes soziales Milieu hineingeboren. Ob man in bettelarmen Verhältnissen in einem Dritte-Welt-Slum oder in einer Milliardärsfamilie in einem Erste-Welt-Staat zur Welt kommt kann man sich (leider) nicht aussuchen. Im April 2019 lebten 7,7 Milliarden Menschen auf unserem Planeten – davon knapp über 80 Prozent in Entwicklungsländern. In 2050 werden von den prognostizierten 9,6 Milliarden Menschen auf dem Planeten voraussichtlich 87 Prozent in Entwicklungsländern leben, da das weltweite Bevölkerungswachstum zu mehr als 95 Prozent in Entwicklungsländern stattfindet, besonders in den ärmsten Regionen. Quelle: „Empty Planet? Warum die Erde sich nicht leeren wird„.

In einigermaßen gefestigte und sorgenfreie Lebensverhältnisse hinein geboren zu werden, ist also absolut nicht selbstverständlich und man kann und sollte durchaus dankbar dafür sein, wenn einem der Einstieg in eine privilegierte Startposition in den Schoß fällt. Die Fähigkeit, Dankbarkeit für vermeintlich selbstverständliche Lebensbedingungen zu empfinden (Prinzip der Dankbarkeit), ist eine sehr wichtige Voraussetzung für ein glückliches und zufriedenes Leben. Und wer in der Lage ist, das Glas halb voll, statt halb leer zu sehen, geht anders an die Herausforderungen des Lebens heran.

Nach der Geburt beginnt die Sozialisierung des Menschen, die insbesondere in den ersten drei Lebensjahren, an die wir uns aufgrund der so genannten Kindheitsamnesie später nicht mehr erinnern können, zu charakterlichen Prägungen im Unterbewusstsein führt. Ob unsere Eltern empathisch oder weniger empathisch sind, ob sie sich viel oder wenig Zeit für unsere Entwicklung und Förderung nehmen oder ob sie uns Liebe oder Gewalt angedeihen lassen, liegt nicht in unserem Ermessen. Wir sind unseren Eltern in den ersten Lebensjahren auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Die Sozialisierung des Kindes setzt sich fort im Kindergarten bzw. in der Schule. Auf welche anderen Kinder man dort trifft, welchen Platz man in der Klassen- oder Gruppenhierarchie einnimmt, welche Lehrer man bekommt und ob man von diesen gut oder schlecht gefördert wird, unterliegt wiederum weitgehend dem Zufall.

Ungleiche Start- und Lebensbedingungen sind also unvermeidlicher Bestandteil unseres Lebens und wir müssen lernen, das Beste daraus zu machen. Mit fortschreitendem Alter lernt ein junger Mensch, Wahlmöglichkeiten zu nutzen und Entscheidungen zu treffen, mit denen er seinen weiteren Lebenslauf selbst beeinflussen kann. Dies betrifft zum Beispiel die eigene Ernährung, den Umgang mit dem eigenen Körper, die eigene Bildung, das eigene Sozialverhalten und andere maßgebliche Weichenstellungen.

Je früher ein junger Mensch begreift, dass er zwar bestimmte Start- und Rahmenbedingungen nicht verändern kann, sehr wohl aber die Wahlfreiheit hat, wie er mit diesen Start- und Rahmenbedingungen umgeht, desto größer ist seine Chance, das Optimum aus diesen Bedingungen herauszuholen. Neben diesem Prinzip der Wahlfreiheit gibt es noch ein weiteres wichtiges Prinzip welches sich ein Mensch bei seiner Entwicklung zu Nutze machen kann. Es handelt sich um das Prinzip der kleinen nachhaltigen Schritte. Wenn man pro Tag fünf Vokabeln lernt, beherrscht man am Ende eines Jahres mit mehr als 1.800 Vokabeln fast den Grundwortschatz einer Sprache. Wenn man pro Tag nur 235 kcal mehr zu sich nimmt, als man verbrennt, baut man pro Monat 1 kg Gewicht und pro Jahr 12 kg Gewicht auf, da ein 1 kg Körperfett ca. 7.000 kcal speichert (glücklicherweise funktioniert das auch in der anderen Richtung, was Grundlage jeder Diät ist).

Zu viel auf einmal zu wollen, ist ein Verhaltensmuster, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Unzufriedenheit und Misserfolgen führt. Kleine nachhaltige Schritte sind das Erfolgsgeheimnis der Bildung, des Vermögensaufbaus, der Gesundheit und Fitness, der Beziehungspflege und vieler anderer Faktoren, die großen Einfluss auf die menschliche Lebensqualität haben. Je früher man lernt, dieses Prinzip zu nutzen, desto größer sind die Effekte, die man damit erzielen kann. Ein Beispiel ist der Vermögensaufbau, wo man beträchtliche Summen aufbauen kann, wenn man frühzeitig beginnt, kleine Beträge regelmäßig in Aktien oder andere Wertpapiere zu investieren.

Das vielleicht wichtigste Prinzip ist das Prinzip der Selbstverantwortung. Auch wenn viele Start- und Rahmenbedingungen, die großen Einfluss auf unser Leben haben, außerhalb unsere Entscheidungsfreiheit liegen, so bleiben doch genügend kritische Erfolgsfaktoren übrig, die wir selbst beeinflussen können und sollten. Verantwortung ist die Selbstverpflichtung, ein Vorhaben zum Erfolg zu führen. Dabei konzentriert man sich am besten auf die Hebel, die man selbst beeinflussen kann. Wir können zum Beispiel nicht beeinflussen, was andere Menschen (über uns) fühlen und denken oder wie sie sich (uns gegenüber) verhalten. Wir können häufig auch nicht „das System“ und seine Gesetze oder Regeln ändern. Aber wir können lernen, diese Gesetze und Regeln für unsere Zwecke zu nutzen. Wer etwas wirklich will findet Lösungen, wer nicht will, findet Ausreden oder Entschuldigungen.

Das Schicksal kann ein mieser Verräter sein. Wenn wir geboren werden, ist nur eines ganz sicher: Wir werden irgendwann sterben. Manche früher, manche später. Wie wir den Zeitraum zwischen Geburt und Tod ausgestalten, liegt überwiegend an uns selbst. Und das Leben wird nicht durch die Momente bestimmt, in denen wir atmen, sondern durch die Momente, in denen es uns den Atem verschlägt.

Ergänzende Leseempfehlung: „Die Prophezeiungen von Celestine“ von James Redfield.

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