Als Freelancer oder Kleingewerbetreibender steht man früher später vor der Entscheidung, wie man sich und sein Unternehmen bekannt(er) machen kann bzw. will.

Neben klassischen Methoden der Werbung und Akquisition, die ich in meinem Blog „Der Sprung in die Selbstständigkeit als freiberuflicher IT-Berater“ vom 09.08.2018 beschrieben habe (siehe: https://t1p.de/z1ie ), kommen dafür vor allem eine eigene Internet-Homepage bzw. ein eigener Blog oder die Eröffnung von Social Media-Accounts in Business Netzwerken, wie LinkedIn oder XING bzw. auch auf Facebook, YouTube, Instagram oder Twitter in Frage.

In den meisten Fällen wird es eher auf ein „sowohl als auch“ hinauslaufen, als auf ein „entweder oder“. Die Zeit und der Aufwand für den Aufbau und die Pflege einer Internetpräsenz sind jedoch nicht zu unterschätzen – auch wenn es Social Media Management Suiten, wie #Talkwalker oder #Hootsuite gibt, mit denen man Content einmal erzeugen und dann auf verschiedenen dezentralen Plattformen veröffentlichen kann.

Jolle Lahr-Eigen hat auf ihrer Homepage 12 wesentliche Kriterien für die Entscheidung „Eigene Webseite vs. Social Media-Account“ zusammengetragen (siehe: https://t1p.de/iwpf ). Die wichtigsten Kriterien aus meiner Sicht finden Sie in den Kommentaren zu diesem Posting.

Wesentliche Kriterien aus meiner Sicht (1 von 2):

1. Meine Homepage gehört mir. Ich bestimme die Spielregeln, bin (unter Beachtung der Gesetze) frei in der Gestaltung und trete nicht automatisch Rechte (z. B. an Bildern) an ein fremdes Unternehmen ab oder muss mich von einem Algorithmus zensieren oder manipulieren lassen.

2. Webseiten sind für alle Internet-Nutzer zugänglich, die über einen Internetanschluss verfügen. Mit einer LinkedIn- oder Facebook-Seite grenze ich Menschen aus, die dort nicht angemeldet sind.

3. Social Media-Plattformen sind Datenkraken, deren Geschäftsmodell darin besteht, durch soziale Verhaltenskontrolle so viele personenbezogene Nutzerdaten wie möglich zu sammeln und diese mit Hilfe von Persuasive Computing und Microtargeting zu monetarisieren (siehe Grafik). Dieses Geschäftsmodell gefährdet den Zusammenhalt in der Gesellschaft und den Bestand unserer Demokratie.

4. Wenn ich die Social Media-Plattform wechseln will, kann ich mir zwar aufgrund der Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ein Archiv meiner geposteten Inhalte zur Verfügung stellen lassen, diese Daten werden aber häufig in unhandlichen Excel- oder txt-Formaten zur Verfügung gestellt, die mühsam konvertiert werden müssen.

5. Durch Social Media-Plattformen können Freelancer und Kleingewerbetreibende mit Hilfe von Content-Marketing eine Sichtbarkeit und einen Vernetzungsgrad erreichen, der mit einer eigenen Webseite nur schwer erreichbar ist.

6. Um mit seiner eigene Webseite für Kunden und Interessenten sichtbar zu werden, ist man darauf angewiesen, im Suchmaschinen Ranking von Google möglichst gut abzuschneiden – damit macht man sich von der nächsten Datenkrake abhängig, aber immerhin ist man dann für sämtliche Internet-Nutzer sichtbar und nicht nur für die Nutzer einer Social Media-Plattform.

7. Man kann seine eigene Website mit überschaubarem Aufwand unter Beibehaltung der URL (z. B. https://www.kubra.de ) komplett von einem Hosting-Provider zu einem anderen umziehen. Kontakte und Follower lassen sich dagegen nicht so leicht von einer Social Media-Plattform zur nächsten mitnehmen.

8. Auf meiner Homepage habe ich die Möglichkeit, wichtige Inhalte dauerhaft präsent und sichtbar zu halten, während die Algorithmen von Social Media-Plattformen die Sichtbarkeit des Content nach weitgehend intransparenten Kriterien zu ihrem eigenen Vorteil steuern, wodurch älterer Content schnell im Nirwana verschwindet.

Fazit: Ob Sie sich ausschließlich auf ihre eigene Webseite bzw. ihre eigene Blogseite konzentrieren oder parallel Accounts auf Social Media-Plattformen, wie LinkedIn, XING bzw. auch auf Facebook, YouTube, Instagram oder Twitter eröffnen, um sich und Ihr Unternehmen sichtbar(er) und bekannt(er) zu machen, ist in erster Linie eine Frage Ihrer Prioritäten.

Wenn Sie Social-Media-Plattformen nutzen, sollten Sie sich bewusst sein, dass sie keine Chance haben, deren Algorithmen zu entkommen – mit allen Vor- und Nachteilen. Zu den Vorteilen gehört eine höhere Sichtbarkeit für aktive Content-Provider, die ihr Netzwerk entwickeln und pflegen. Zu den Nachteilen gehört, dass Sie als Content-Provider für die Social Media-Plattform in erster Linie nur ein nützlicher Idiot sind, der andere Nutzer bespaßen darf, damit die Plattform soziale Verhaltenskontrolle betreiben kann und ihre Gewinne durch Monetarisierung der gesammelten Verhaltensdaten maximieren kann.

Falls Sie damit kein Problem haben, bieten Ihnen Social Media-Plattformen gute Möglichkeiten. Zumal die großen Plattformen mittlerweile so viele Nutzer haben (LinkedIn ~720 Millionen, Facebook ~2,7 Milliarden, Google ~4,2 Milliarden), dass Netzwerkeffekte eine große Rolle spielen.

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